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Strafverfahren

Es ist völlig normal, dass die Beteiligung an einem Strafprozess mit vielen Unsicherheiten und Ängsten verbunden ist. Als Betroffener einer Straftat möchte man wissen, was einen erwartet und wie man sich verhalten soll.

In den folgenden Kapiteln finden Sie eine übersichtliche Beschreibung des deutschen Strafverfahrens und der handelnden Personen. Sie bekommen Informationen zur Tätigkeit der Staatsanwaltschaft, zum Lauf der Ermittlungen und zur Gerichtsverhandlung.

Falls Sie weitere Informationen zum Strafverfahren benötigen, kontaktieren Sie bitte das Opfertelefon des Weissen Rings unter der in Deutschland kostenfreien Nummer 116 006.

Bitte beachten Sie, dass es für jugendliche Straftäter teilweise besondere Vorschriften gibt, die hier nicht dargestellt werden.

 
 
Das Strafverfahren
Die Straftat
Was nach dem deutschen Recht strafbar ist, regelt das StGB – das Strafgesetzbuch. Dazu muss der Täter den gesetzlichen Tatbestand verwirklichen und dabei rechtswidrig und schuldhaft gehandelt haben.
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Anzeige und Strafantrag
An wen kann ich mich als Opfer einer Straftat wenden? Jeder kann Anzeige bei der Polizei, der Staatsanwaltschaft oder dem Amtsgericht erstatten, wenn er von einer begangenen Straftat erfahren hat.
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Das Ermittlungsverfahren
Was geschieht, nachdem ich eine Anzeige erstattet habe? Haben die Strafverfolgungsbehörden von dem Verdacht einer Straftat erfahren, beginnt das Ermittlungsverfahren.
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Die Rolle des Opfers im Ermittlungsverfahren
Als Opfer ist man ein wichtiger Zeuge im Verfahren und wird deshalb bereits im Ermittlungsverfahren vernommen, um die nötigen Beweise zu sichern. Diese Vernehmung erfolgt entweder durch die Polizei oder die Staatsanwaltschaft.
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Ihre Rechte als Opfer im Ermittlungsverfahren
Recht auf Akteneinsicht durch den Rechtsanwalt oder Recht auf Auskunftserteilung an den Verletzten, sofern ein berechtigtes Interesse besteht. Besondere Rücksichtnahme auf die emotionale Belastungssituation der Opfer
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Nebenklage
Eine Nebenklage gibt dem Verletzten die Möglichkeit, mit besonderen Rechten am Ermittlungs- und Strafverfahren teilzunehmen. Dazu muss eine sogenannte Nebenklagebefugnis bestehen. In welchen Fällen dieses Recht besteht, beschreibt das Gesetz.
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Opferanwalt für Nebenkläger
Bei bestimmten Straftaten muss dem Opfer alleine auf seinen Antrag hin ein Anwalt für das ganze Verfahren beigeordnet werden. Dies gilt unabhängig von der wirtschaftlichen Situation des Opfers.
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Prozesskostenhilfe
Wenn kein Opferanwalt beigeordnet werden kann, kann der Verletzte Prozesskostenhilfe beantragen.
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Ermittlungen abgeschlossen:
Was macht die Staatsanwaltschaft?
Was geschieht nach Abschluss des Ermittlungsverfahrens? Am Ende des Ermittlungsverfahrens hat die Staatsanwaltschaft verschiedene Möglichkeiten:
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Verfahrenseinstellung
Einstellung, wenn Verdacht nicht bestätigt: Das Verfahren wird eingestellt, wenn sich der Verdacht nicht bestätigt hat. Das ist der Fall, wenn die Ermittlungen gezeigt haben, dass der Verdächtige die angelastete Tat nicht begangen hat oder der Verdacht wegen Mangels an Beweisen nicht bestätigt werden kann.
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Besondere Verfahrensarten
Es gibt besondere Verfahrensarten, die auf den folgenden Seiten näher erläutert werden: Klageerzwingungsverfahren, Privatklage, Strafbefehlsverfahren.
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Was passiert, wenn eine Anklage erhoben wird?
Erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage, dann beginnt das Verfahren vor dem Gericht. Zunächst prüft das Gericht, bei dem die Anklage eingereicht wurde, folgende Fragen: Wurde Anklage bei dem tatsächlich zuständigen Gericht erhoben?
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Die Gerichtsverhandlung
Was geschieht nach der Erhebung einer Anklage?
Wozu findet eine Hauptverhandlung statt?
Wie viele Richter nehmen am Verfahren teil?
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Im Gerichtssaal
Im Gerichtssaal sitzen die Richter und gegebenenfalls auch die Schöffen. Daneben sitzt ein Protokollführer, der das Protokoll über die Verhandlung führt.
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Welche Pflichten habe ich,
wenn ich als Zeuge vor Gericht geladen bin?
Wer als Zeuge vor Gericht geladen ist, muss auch erscheinen. Ansonsten können ihm die Kosten auferlegt werden, die er durch sein Fernbleiben verursacht hat.
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Ansprüche auf Schmerzensgeld
und Schadensersatz im Strafverfahren
Als Opfer einer Straftat haben Sie die Möglichkeit, Ihre Ansprüche auf Schmerzensgeld und Schadensersatz im Strafverfahren geltend zu machen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Ausgleich durch den Täter zu erlangen.
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Grundsätze der Hauptverhandlung
Für die strafrechtliche Hauptverhandlung gelten mehrere Grundsätze. Diese prägen den Verlauf und die Art und Weise der Verhandlung. Sie gewährleisten, dass das Hauptverfahren einem Rechtsstaat angemessen ist.
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Hauptverhandlungstermin
Opfer einer Straftat werden in der Regel als Zeuge zur Hauptverhandlung geladen und damit über den Termin der Hauptverhandlung informiert. Sollte der Verletzte einer Straftat ausnahmsweise nicht als Zeuge geladen sein, dann wird er auch
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Ihre Ladung zur Hauptverhandlung
Lesen Sie sich die Ladung genau durch, hier einige Tipps: Es ist ratsam, mindestens 25 Minuten vor Ihrem Ladungstermin zu kommen, da es bei der Sicherheitskontrolle zu Verzögerungen kommen könnte.
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Ihre Rechte als Opfer in der Hauptverandlung
1) Recht auf Schutz und Rücksichtnahme * Das Gericht muss auf Ihre Rechte und Interessen angemessen Rücksicht nehmen. * Bei jeder Befragung sind Ihre persönlichen Verhältnisse zu berücksichtigen, soweit es die Wahrheitsfindung erlaubt.
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Ablauf der Verhandlung
Wie kann ich mir den Ablauf einer Gerichtsverhandlung vorstellen? Die Hauptverhandlung beginnt, indem der Richter die Strafsache gegen den Angeklagten aufruft. Dann betreten alle Beteiligten den Saal und der Richter stellt die Anwesenheit fest.
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Ihre Zeugenvernehmung
Wie verläuft eine Zeugenvernehmung? Als Zeuge wartet man während der Hauptverhandlung vor dem Gerichtssaal, bis man aufgerufen wird, um seine Zeugenaussage zu leisten. Wird man aufgerufen,
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Ersatz von Aufwendungen
Sofern das Opfer in der Hauptverhandlung als Zeuge geladen wird, hat es einen Anspruch auf Erstattung der entstandenen Kosten wie etwa:
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10 Tipps für Zeugen und Opfer
Haben Sie keine Angst vor der Vernehmung! Sie sind hier nicht in der Position des Angeklagten. Ihre Aufgabe als Zeuge ist es, das zu erzählen, was Sie selber gesehen haben.
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Wenn Sie noch Fragen haben…
wenden Sie sich an das Opfertelefon 116 006 oder die Homepage des WEISSEN RINGS. Kriminalitätsopfer und Interessierte können die Rufnummer 116 006 aus jedem Ort Deutschlands kostenfrei anwählen.Das Urteil
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Das Urteil
Wann fällt das Gericht sein Urteil und woraus besteht es? Am Ende der Hauptverhandlung verkündet das Gericht ein Strafurteil. Darin wird entschieden, ob der Angeklagte für die ihm angelastete Tat schuldig oder freigesprochen wird.
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Rechtsmittel gegen ein Strafurteil –
Wie kann ein Urteil angegriffen werden?
Es gibt mehrere Möglichkeiten gegen ein Urteil vorzugehen. Die Berufung: Hat das Amtsgericht ein Urteil in erster Instanz gefällt, kann gegen dieses Urteil mit der Berufung vorgegangen werden. Mit der Berufung wird geltend gemacht, dass das Urteil unrichtig ist.
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Kann ich als Opfer ein Strafurteil angreifen?
Als Opfer kann man nur dann ein Strafurteil angreifen, wenn man als Nebenkläger oder Privatkläger am Verfahren beteiligt ist. Der Nebenkläger kann das Urteil nicht mit dem Ziel anfechten, dass eine andere Strafe verhängt wird.
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Ab wann kann eine Strafe vollstreckt werden?
Eine Strafe kann erst dann vollstreckt werden, wenn nicht mehr gegen das Urteil vorgegangen werden kann. Wurde ein Urteil mit Rechtsmitteln angegriffen, dann müssen das Berufungsverfahren und gegebenenfalls das Revisionsverfahren abgeschlossen sein.
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Rückgabe einer Sache nach Sicherstellung beziehungsweise Beschlagnahme
Eine Sache, die dem Opfer gehört und die innerhalb des Strafverfahrens beschlagnahmt oder sichergestellt wurde, erhält das Opfer spätestens mit Eintritt der Rechtskraft des Urteils zurück.
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